„In CO2penhagen werden die Füße gezeigt“

Der ökologische Fußabdruck eines Erdenbürgers liegt im Augenblick etwa 30 Prozent über dem, was die Erde nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Das heißt, die Menschheit lebt nicht mehr von den „Zinsen“ der Natur, sondern verbraucht bereits das „Kapital“. Ein nicht nur ökologisch sondern auch ein sozial unhaltbarer Zustand, da 75 Prozent der Weltbevölkerung schon jetzt keinerlei Nutzen aus diesem Raubbau zieht. Mit dem Klimawandel werden die Folgen aber für alle Menschen schmerzlich spürbar sein.
Der Ökologische Fußabdruck drückt international vergleichbar (Maßeinheit gha = global hektar) die Fläche aus, die man braucht, um die Rohstoffe zur Verfügung zu stellen, die der Mensch für Ernährung, Konsum, Mobilität und Energiebedarf benötigt, sowie die Flächen, um Rückstände wie CO2 aufzunehmen und umzuwandeln. 1,7 Hektar pro Erdenbürger ist ein fairer Footprint – wenn auch Flächen für Wildnis und deren Lebewesen reserviert bleiben sollen. Für unseren Lebensstil in Deutschland mit einem ökologischen Fußabdruck von 4,2 Hektar bedeutet das: Es bräuchte 2,5 Planeten von der Qualität der Erde, um 6,7 Milliarden Menschen auf der Größe unseres Fußes leben zu lassen.

Wenn Sie die Zukunftsfähigkeit ihres eigenen Lebensstils testen
möchten und wissen wollen, wie groß in etwa ihr persönlicher
„Footprint“ ist, können Sie hier
(www.mein-fussabdruck.at)
den Footprint-Check ausprobieren.
Neben dem persönlichen Verhalten, wie z.B. mehr Recyclingprodukte verwenden, weniger Fleisch essen, zu Ökostrom wechseln, möglichst nicht fliegen, oder die Autofahrten auf das wirklich notwendige reduzieren, ist es längst an der Zeit auch politisch Rahmenbedingungen zu schaffen, die es dem Verbraucher in Deutschland ermöglichen den ökologischen Fußabdruck auf ein global verträgliches Maß zu reduzieren. Stattdessen aber kurbelt die Bundesregierung z.B. durch Festlegung der Beimengungsquote von Agrosprit bei Kraftstoffen weiterhin Urwaldzerstörung in Indonesien, Argentinien und Brasilien an – ein klarer Fehltritt für Klima- und Urwaldschutz. Greenpeace fordert die Abschaffung der Beimengungsquote und das Verbot von Agrosprit aus Urwaldzerstörung.
In zukunftsorientierten Ländern wie in der Schweiz und in Finnland wird der ökologische Fußabdruck von offiziellen Stellen als Indikator zur nachhaltigen Entwicklung genutzt.
Greenpeace fordert deutsche Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft auf:
• den ökologischen Fußabdruck als Leitparameter in
die Nachhaltigkeits-Strategie aufzunehmen und auf Bundes- und Landesebene
regelmäßig zu erheben
• das Konzept des ökologischen Fußabdruckes in alle
Lehrpläne aufzunehmen
• die Reduktion des ökologischen Fußabdruckes auf ein
global verträgliches Maß als Staatsziel zu verankern und
Gleiches auf EU-Ebene voranzutreiben
• den ökologischen Fußabdruck zur Beurteilung unserer
Wirtschaftsweise, von Wirtschaftsunternehmen und unterschiedlichen Produkten
einzusetzen
sofort geeignete Maßnahmen zur Verringerung des Fußabdrucks
umzusetzen:
— Kostenwahrheit für Energie und Ressourcen
— zukunftsfähige Rahmenbedingungen für
Landwirtschaft, Energie- und Verkehrsbereich
— Schutz der Biodiversität und Sicherung
der bioproduktiven Flächen